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Was bedeutet meine Depression für mich

Depression Reha

Was bedeutet meine Depression für mich?
…ein anderes Leben!

Die Depression hat mein gesamtes Leben verändert. Nach Phasen von absoluter Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit und Müdigkeit kamen Ängste und barbarische Gefühle der Einsamkeit. Solche Gefühle waren mir bis dahin vollkommen fremd. Ich habe eine andere Sicht auf die Dinge des Lebens bekommen.
Früher konnte ich mir nicht vorstellen was Depressionen zu haben, überhaupt bedeutet. Ehrlich gesagt war ich der Meinung, das dies ein schwächelndes Frauenproblem ist wo die Hormone einfach mal ein bisschen durchdrehen.
Schmerzlich musste ich mich eines Anderen belehren lassen.
Heute im Nachhinein kann ich darüber reden und hatte auch mal die Zeit über mich selbst nachzudenken.

Bei mir fing alles ganz langsam und schleichend an. Ich bin ein ehrgeiziger und harmonibedürftiger Mensch und musste immer alles super perfekt abliefern. Mein Job war wohl, neben meiner Familie, zu meinem hauptsächlichen Lebensinhalt geworden? Die Anforderungen im Job stiegen massiv an und die Zeit für die Familie, Freundschaften und Freizeit wurde weniger. Irgendwann hatte ich auch keine Lust mehr Freundschaften zu pflegen und kulturell unterwegs zu sein, mir wurde alles zu viel. Plötzlich merkte ich das ich auch im Job nicht mehr so richtig funktionierte und bekam von meinem damaligen Arzt ein paar Medikamente und siehe da es ging wieder vorwärts!

Mein Sohn zog aus und meine Frau trennte sich von mir. Ich stürzte mich noch mehr in meinen Job und kam somit noch mehr in die Isolierung.
Es kam der Tag an dem mein Vater verstarb und das Fass zum Überlaufen brachte.
Totaler Zusammenbruch, ein Gefühl was ich nie zuvor hatte.
Ich wurde damals, vor 2 Jahren, von einer sehr fürsorglichen Ärztin aufgefangen, bekam viele Therapien und hatte Zeit auch mal an mich zu denken. Mein Optimismus stieg wieder ich fühlte mich wieder fit um in einen neuen Job einzusteigen lernte auch eine neue Liebe kennen und startete voller Elan neu durch.
…nach 6 Wochen übermannte mich dann der zweite Zusammenbruch und das Ganze noch viel schlimmer als beim ersten Mal. Ich verlor den neuen Job und zu guter letzt und extrem schmerzlich ging auch noch meine neue Partnerschaft zu Bruch.
Wieder folgten Therapien in Kliniken, viele Gespräche mit Ärzten und Therapeuten und zurzeit eine Reha.

Inzwischen sind 2 Jahre vergangen und wenn ich so zurückdenke muß ich feststellen, dass sich mein Leben total verändert hat.
Ich bin noch sensibler geworden und habe zusätzlich viele Arten von Ängsten entwickelt, aber weiß auch langsam wie ich damit umgehen kann und muß.
Ich habe kein Interesse mehr zu Kontakten mit Menschen welche gehetzt und oberflächlich durchs Leben gehen. Mehr an mich selbst zu denken ist mir wichtig geworden, nur das „nein“ sagen fällt noch schwer.
Ich muß jetzt Entscheidungen treffen, mein Krankengeld läuft aus und meine finanzielle Situation geht den Bach hinunter. Ich fühle mich noch nicht wieder fit voll in einen Job einzusteigen, möchte aber schon wieder am Arbeitsleben teilnehmen nur fühle ich mich den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen.
Was bleibt sind Gedanken an Umschulung und schaffe ich das überhaupt?
Ich habe Verlustängste, Versagensängste und Zukunftsängste, der soziale Abstieg ist vorprogrammiert da ich früher in leitender Position gut verdient hatte und jetzt eventuell in Sozialhilfe absacke, dazu kommt die Einsamkeit da ich mich zu Hause total eingeigelt hab, alle Freunde und Partnerschaften verloren hatte und Probleme hab unter Menschen zu gehen.
Ich weiß zwar wo meine seelischen Probleme liegen und was ich dagegen tun sollte, aber es fällt mir sowas von schwer all diese gefühlten 1000 Schritte umzusetzen.
Ich werde klein anfangen, versuchen mich schon an den kleinen Dingen zu erfreuen!
Probleme anderer nicht so nah an mich rankommen lassen und das Leben intensiver zu fühlen und zu genießen.
…aber die Ängste, die barbarischen und niederschmetternden Ängste und Gefühle der Einsamkeit, machen mir zu schaffen!

Es gibt noch so viel worüber ich schreiben könnte, weiß gar nicht wo ich anfangen soll…

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Depression und eine neue Liebe

Depression und neue Liebe

…durch die Depression hab ich mich von allen sozialen Verbindungen zurückgezogen, hab alle Kontakte zu Familie, Freunden und Kollegen abgebrochen.
Du willst einfach nur noch alleine sein, dich zu Hause einigeln. Eine Zeit lang hältst du das auch aus, fühlst dich beschützt in deinen vier Wänden.

Doch der Tag kommt wo du merkst das die Welt sich weiter dreht, nur für dich nicht. Du fühlst dich einsam, siehst wie andere gemeinsam lachen, Hand in Hand gehen, sich treffen und was erleben. In mir kam ein Gefühl der Sehnsucht nach Nähe und Zweisamkeit zu einer neuen Partnerin, lange hatte ich solch ein Gefühl nicht verspürt.

Wieder das Kribbeln im Bauch spüren, Liebe und Zärtlichkeit geben, geliebt werden und morgens nicht mehr alleine aufwachen.

Mir stellte sich die Frage, wie lerne ich neue Frauen kennen?
In meiner direkten Umgebung gibt es leider kein Tanzlokal für Ü50-jährige, auf Arbeit geht auch nichts und Freunde die vielleicht jemanden kennen, der jemanden kennt die auch sucht, habe ich ja alle vergrault!
Ich fand Partnerportale / Singlebörsen im Internet recht interessant und bin auch gleich eingestiegen.
Erste Kontakte wurden geknüpft, erst im Portal, dann per SMS, dann telefonisch. Herzklopfen und barbarische Aufregung gab’s bei mir vor dem ersten Treffen, die ersten Minuten sind heftig. Die Aufregung legt sich bald und du spürst Sympathie oder auch nicht. Weitere Treffen folgten und du schüttest dein Herz aus. Ich spürte da ist mehr, es kam zu Berührungen, Hände halten, spazieren gehen, sich in den Arm nehmen, lachen, sich küssen und… …ein klein bisschen Liebe?
Es war wunderschön, ich hatte was ich suchte, dachte ich!

…wieso Zweifel, warum die Angst wieder enttäuscht zu werden, all das ging mir im Kopf rum und brachte mich dazu die Beziehung wieder zu beenden, welche doch so schön war und gerade erst beginnen sollte.

Kann es sein, das man in depressiven Phasen so verletzlich ist, das man niemanden an sich ranläßt um eventuellen schmerzlichen Enttäuschungen aus dem Weg zu gehen?
Sind depressive Menschen beziehungsunfähig?
…oder ist das alles Quatsch!

Hast du ähnliche Erfahrungen durchgemacht?
Was sagst du …würde mich über einen Kommentar von dir freuen, LG Til

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die Angst vor dem Morgen

Angst bei Depression

…hat man Depressionen, hat man auch ne Menge Angst, bei mir ist dies die Angst vor dem Morgen, …der Zukunft. Meine Depression hat bei mir verursacht, dass ich mich langsam von allen sozialen Kontakten zurückgezogen habe. Jetzt im nachhinein kann ich sagen, dass dieser Prozess bei mir schleichend verlaufen ist. Erst hat man keine so richtige Lust seine Freunde zu besuchen, dann ist man auch schon genervt wenn man zu oft besucht wird. Langsam werden die Telefonate und die gegenseitigen Besuche bei Freunden und Bekannten weniger. Leider hab ich damals diesen Zustand nicht mal als kritisch empfunden, mein Job hatte mich ja voll ausgefüllt!

Meine Familie litt damals auch unter meiner sozialen Phobie und ging Stück für Stück in die Brüche.
Der Job war mir geblieben und der füllte mich zu 100% aus. Ich hab mich nur noch über Leistung definiert und die galt es immer noch zu steigern! Die Anforderungen wuchsen und wuchsen und mein Zusammenbruch war vorprogrammiert und hat auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Nun war auch noch mein Job futsch!
Fazit: Freunde, Familie und Job verloren, ein Haufen Scherben!

Die Freude, die Kraft, der Optimismus, die Gedanken alles ist im Eimer.

Nach all dem erhielt ich super Hilfe durch Ärzte, Therapeuten und Kliniken. Langsam kam ich wieder auf die Beine und sah erst jetzt, was eigentlich alles in den zurückliegenden Jahren in meinem Leben kaputt gegangen ist.
Plötzlich steh ich allein da, keiner da mit dem ich reden könnte. …eine unbeschreibliche Angst und Einsamkeit kommt in mir auf.
Was passiert wenn ich keinen Job mehr finde, wie sollen laufende Verbindlichkeiten weiter bedient werden. Wen kann ich ansprechen, wenn ich mal Hilfe brauch? Kann ich alte Freunde wieder kontaktieren?
1000 Fragen die ich mir stelle und keine Antwort bekomme. Die Gedanken hören nicht auf zu kreiseln. All das sind für mich zurzeit unlösbare Probleme.

Habt ihr Ähnliches erlebt? …oder was meint ihr?
Bitte schreibt einen Kommentar,
Gruß Til

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soziale Phobie – Beginn meiner Depression?

soziale Phobie

Ohne mich vorher bei WiKi oder in Gesundheitslexikons über das Thema „soziale Phobie“ kundig zu machen, möchte ich hier meine persönlichen Erfahrungen, meiner selbst durchlebten sozialen Phobie bis hin zur Depression erzählen.
Wann alles anfing ist eigentlich schwer zu sagen, aber ich denke es ist schon verdammt lang her.
In meiner Jugend hatte ich einen großen Freundeskreis. War abends nebenberuflich als Discjockey unterwegs, stand also voll im Leben und der Öffentlichkeit.
Irgendwann fing es dann an, dass mir Besuche von und bei Freunden und Bekannten zu viel wurden. Über die folgenden Jahre habe ich mich dann immer mehr von Besuchen ausgeklinkt und zurückgezogen. Meine Frau hat später dann eigentlich alle Freundschaften zusammen gehalten und gepflegt, was für mich recht komfortabel war, da ich leider schon damals sehr um meinen Job bemüht war und wenig Zeit für alles Andere aufbrachte.
Irgend wann stand auf Arbeit wieder mal ein Seminar, welches ich leiten mußte, an. Alles war wie immer gut vorbereitet. Die Seminarteilnehmer saßen mir gegenüber, ich wollte die Begrüßung einleiten und dann…?!
…es ging nichts mehr.
Ich brachte keinen Ton raus. Alles war wie abgeschnürt.
In mir brach eine barbarische Panik aus und ich hatte nur noch einen Gedanken… Flucht, raus hier!
Draußen völlig panisch, schweißüberströmt und zittrig angekommen, mußte ich erst mal mein soeben erlebtes sortieren, erst mal realisieren was gerade passiert war.
Ich hatte das Gefühl, dass diese, meine wortwörtliche Sprachlosigkeit, Minuten wenn nicht gar Stunden gedauert hatte. So etwas war mir noch nie untergekommen. Das Ganze war mir sowas von peinlich, dass ich es jetzt mit Worten gar nicht beschreiben könnte.

Nachdem mein Puls von gefühlt 180 auf wieder normal gesunken war, ich mein Zittern wieder im Griff hatte, mußte ich ja nun wieder zurück zu meinen Seminarteilnehmer.
Voller Ängste öffnete ich die Tür zum Schulungsraum, gefühlt 1000 Augen waren auf mich gerichtet und ich konnte, zu meinem Erstaunen, total „Cool“ eine kurze Ansage, zwecks meiner plötzlichen Flucht, rüberbringen, die auch von allen Teilnehmern wohlwollend geschluckt wurde.
Alles war plötzlich wieder okay und ich konnte Alles super zum Abschluß bringen.
Heute denke ich, dass dieses Erlebnis damals der Auslöser meines jetzigen Zustands war.

Wochen danach lief alles normal weiter, bis ich plötzlich wieder solch ein „Blackout“ vor anderen Kollegen hatte. Wieder und wieder geschah es. Ich war total unglücklich und deprimiert! Keinem konnte ich es sagen, nicht mal meiner Frau.
Eines Tages stand mal wieder ein routine Arzttermin an und ich fasste allen Mut zusammen und berichtete von meinen, mir peinlichen, negativen Erlebnissen in meinem Job. Ich traf auf Mitgefühl und bekam ein Medikament gegen soziale Phobie.
Ich war sowas von glücklich und das größte war, nach ca.6Wo. hab ich wieder im Job funktioniert.
Es vergingen viele Jahre, der Job war gerettet, jedoch Stück für Stück zog ich mich immer mehr aus Freundeskreis und Familie zurück.
Unser Sohn zog aus und ging seine eigenen Wege,
meine Frau ließ sich scheiden,
die Anforderungen im Job wurden größer und größer,
mein Vater verstarb,

ich brach jämmerlich zusammen… Diagnose Depression!

Hast Du Ähnliches durchgemacht und möchtest darüber schreiben, gibt bitte einen Kommentar ab, ich würde mich freuen, LG Til

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wie Joggen meine Depression gemindert hat.

Joggen gegen Depressionen

meine depressiven Phasen sind geprägt von viel Kraftlosigkeit, Traurigkeit und Angstgefühlen, grau in grau und, und, und… wer es hinter sich hat weiß wovon ich spreche. Also als ich meine schlimmsten depressiven Phasen durch ärztliche und psychologische Hilfe überwunden hatte, somit ein kleines Licht am Ende des Tunnels wieder sehen konnte, wurde mir jedoch recht schnell bewußt das sehr viel mehr getan werden muß um nicht gleich wieder in diesen unendlich tief grauen Zustand zu fallen.

Lange Zeit schon hab ich all die an meinem Fenster vorbei joggenden Frauen und Männer bewundert, welche anfangs noch keuchend, schwerfällig und mit beachtlichen Problemzonen regelmäßig vorbeizogen. Schon nach wenigen Monaten, ich hätte wahrscheinlich schon längst aufgegeben, ließ das schwerfällige Keuchen einiger Jogger und Joggerinnen nach und die Problemzonen hatten sich, besonders bei den Frauen, in echt geile Figuren gewandelt! In meiner depressiven Phase habe ich mich ja barbarisch von all meinen Kontakten zurückgezogen und konnte auch nicht viele Personen um mich herum ertragen. Ich wollte wieder raus, wieder unter Menschen und es kam mir der Gedanke den Hometrainer zu Hause, gegen das Joggen im Freien zwischen all den Menschen, auszutauschen. 
Voller Euphorie gings an den Start …
und nach 2km die Ernüchterung, das dass was leicht aussieht anfangs nicht leicht ist. Schweißgebadet, atemlos und mit zitternden Knien fielen mir wieder die an meinem Fenster schwerfällig vorbeiziehenden und keuchenden Jogger ein. Mir wurde klar das ich hier durchhalten muß sonst wird dat nix!
Gut vorbereitet gings nach 2 Tagen wieder an den Start, diesmal mit den richtigen Schuhen, atmungsaktivem Dress, Smartphone, Fitnessapp und „in ear“ Kopfhörern mit super Musik. Sonnenbrille auf zwecks „ein wenig unerkannt zu bleiben!, und ab ging’s. Ich sag euch, das war’s. Die 2km hab ich zwar wieder nicht überschritten, aber ich war schon nicht mehr so fertig. Die depressiven Gedanken schwanden während des Laufs, denn du bist physisch so mit dir beschäftigt, das gar keine anderen Gedanken seelischer Art in deinem Kopf Platz finden. Das Duschen am Ende des Laufs, war für mich die Freude pur. Langsam verstand ich warum die anderen Jogger so motiviert durchhielten. Sicher hatten sie wahrscheinlich alle samt andere Beweggründe um zu Joggen, aber was solls.
Heute versuche ich regelmäßig ca. 5km zu laufen und fühle mich seelisch etwas besser, besonders während sowie ein bis zwei Stunden nach dem Lauf.

Es war eine gute Entscheidung, auch wenn sie anfangs sehr schwer umzusetzen war, aber es hat sich gelohnt und ist ein weiterer kleiner Baustein für ein Entrinnen aus dem Tief meiner Depression.
Was sagst Du dazu? Wenn Du magst schreib doch einen Kommentar, würde mich freuen, LG Til

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gegen Depression – kleines Medikament große Wirkung

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Tja was soll ich sagen… irgendwann war ich an einem Punkt angelangt wo mir das alleinige gute Zureden und die Gesellschaft von lieben Personen nicht mehr ausreichten um meine gedrückte Stimmung wieder aufzuhellen. Wo die Abgeschlagenheit riesengroß, die Freudlosigkeit und das Selbstbewusstsein einfach am 0-Punkt waren. Die depressiven Episoden waren barbarisch, besonders morgens. Ich bekam keine klaren Gedanken mehr gebacken und fühlte mich total einsam.

…das Bier fängt an zu schmecken.
Dazu muß ich sagen, dass ich mir aus Alkohol nie viel gemacht habe. Aus einem Glas wurden dann 2 und 3…. , auch zu Tageszeiten wo ich noch nie zuvor einen Schluck Alkohol getrunken hatte. Es hat einfach geholfen, ich fühlte mich besser. Kurz- und langfristig war das sicher eine vollkommen umstrittene Lösung.
Als mir dann aber bewußt wurde, dass ich immer mehr das Verlangen hatte zum Alkohol zu greifen, konnte ich glücklicherweise die Notbremse ziehen!
Ich wußte nun zwar was im Notfall kurzfristig helfen könnte, wußte aber auch, dass das mein Problem nicht beseitigt, eher vergrößert und das massiv!
Ich bekam Medikamente verschrieben. Hatte schon Angst, was machen die Medi´s jetzt mit mir, lauf ich dann wie ein Zombie durch die Botanik, welche Nebenwirkungen hab ich zu befürchten! Übrigens was die Nebenwirkungen betrifft, lass es, lass es einfach sein im Internet zu recherchieren, was Andere dabei so durchgemacht haben. Glaub mir du willst die Tabletten dann nicht mehr haben.

Einmal denke ich, reagiert jeder anders auf Medikamente und außerdem sollte man auch mit einem gesunden Menschenverstand an manche Aussagen in Foren und auf Blogs rangehen.
Meine mir verschriebenen Medikamente hab ich gut vertragen. Die Wirkung ließ jedoch anfangs auf sich warten, aber so nach 1 bis 2 Wochen hab ich dann schon gemerkt, dass sich meine Stimmung verbessert hat, das Grau nicht mehr ganz so grau war.
Übrigens bin ich nicht dazu verdammt die Medikamente, zumindest in meinem Fall, ein Leben lang einzunehmen. Nein mit Hilfe der Medikamente ist man auf einem Level wo eine Psychotherapie super eingreifen und folgen sollte. Ist man dann wieder stabil können eventuell die Medi´s wieder ausgeschlichen werden.

Hast du auch Erfahrungen diesbezüglich gemacht, ich würde mich freuen wenn du einen kleinen oder größeren Kommentar zu diesem Artikel schreibst. LG Til

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die Erkenntnis – Ursprung meiner Depression

Die Erkenntnis

…was hat mich eigentlich in diesen depressiven Zustand gebracht? War es die Gesellschaft, der Job, die Umwelt oder gar ich selber?
Heute nach etlichen Therapien und Gesprächen mit Betroffenen, meine ich das alles im Leben eine Rolle spielt um in solch einen Zustand zu geraten. Alles ist irgendwie miteinander verbandelt, voneinander abhängig.
Es ist verdammt schwer nach den ersten Anzeichen des Auslösers einer Depression zu suchen. Sicher wird es auch bei jedem einen anderen Auslöser oder Grund geben.
Was ich mit Gewissheit von mir sagen kann ist, dass ich sehr ehrgeizig, ehrlich, akkurat, zuverlässig und sozial eingestellt bin. Ich mag Harmonie wenn sie nicht zu langweilig wird und brauche gewisse Sicherheiten. Nun könnte man sagen, dass diese Eigenschaften keine Depression auslösen können… doch sie können! besonders wenn man einige Eigenschaften davon falsch dosiert oder zu wenig „NEIN“ sagen kann.
In der heutigen, ständig wachsenden Ellenbogen-Gesellschaft würde ich behaupten, dass man mit den Eigenschaften als „Warmduscher“, „Weichei“ oder „Pussy“ abgestempelt wird.
Also was ist zu tun um zu bestehen, Du ziehst dir eine Rüstung an, Maske auf, Pille ein geschmissen und… los geht´s. Keiner, besonders im Job soll merken, dass hinter der harten Fassade ein weicher Kern schlummert, das „Schaf im Wolfspelz“.
…und ehrlich, dass funktioniert sogar, nur eben nicht ewig.
Es kostet verdammt viel Kraft und macht einen unempfindlich für die kleinen wichtigen Dinge im Leben.
Plötzlich kannst Du nicht mehr. Irgend ein kleiner Funke bringt deine gesamte Fassade zum Einsturz und du stehst vor einem Haufen Scherben!
Gelernt hab ich aus dem Ganzen:

  • Allen alles recht getan ist eine Kunst die niemand kann.
  • wieder „NEIN“ sagen können
  • mehr auf das Bauchgefühl hören.
  • denen mehr zuhören die es gut mit mir meinen.
  • sich auch an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen.
  • wieder ein bisschen „Schaf“ zeigen

Hast du Lust einen Kommentar zu schreiben, ich würde mich freuen,
LG Til

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Selbsthilfegruppe Depression – Köthen

Selbsthilfegruppe Depression Köthen

Schon lange trage ich mich mit dem Gedanken eine Selbsthilfegruppe Depression – Köthen (in Sachsen-Anhalt) zu gründen. Mittlerweile konnte ich, vor allem in unterschiedlichen Tageskliniken am eigenen Leib erfahren, dass der gedankliche Austausch gleich Betroffener unheimlich hilfreich ist und extrem gut tut. Man merkt recht schnell, dass man nicht alleine mit seinen schier „unlösbaren Problemen“ ist. Ich fühlte mich einfach verstanden, dabei möchte ich jetzt niemanden von den „Außenstehenden“, welche mit guten Worten zu Rate standen kritisieren, aber Sätze wie: „das wird schon wieder“ oder „stell dich nicht so an“ sind in einer Depri-Phase nicht so prickelnd. Im Gegenteil, bei solch unpassender Wortwahl kommen dann schon mal Wut und Aggression in einem auf.

Auf der anderen Seite weiß ich nicht so recht, ob die Mitglieder innerhalb der Selbsthilfegruppe, mit den teilweise recht schweren Problemen mancher Betroffener, richtig umgehen können. Was ist wenn falsche Tipps gegeben werden oder Aggressivität innerhalb der Gruppe entsteht, wer schlichtet dann, wenn kein Therapeut mit an Board ist?
Natürlich gibt es auch viel Organisatorisches zu besprechen wie z.B.: wie geht es mit meinem Job weiter, zu klärende Formalitäten mit der Krankenkasse, muß ich irgendwann zum Arbeitsamt, Reha, Tagesklinik, Physiotherapie was hilft, Ärzte und Therapeuten, Sport und vor allem – wie geht es überhaupt weiter? …und, und, und!

Was hältst Du von der Idee eine Selbsthilfegruppe, vorrangig geeignet für Menschen in Früh- und Endphase einer Depression sowie für Patienten die unter wiederkehrenden Depressionen leiden, zu gründen? Siehst Du große Schwierigkeiten, oder würdest Du sogar mitmachen?
Wenn Du magst schreib bitte einen Kommentar oder kontaktiere mich direkt über mein Kontaktformular (Kontakt zum Autor), LG Til

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Depressionen – Hilferuf meiner Seele

til962

Depressionen – Hilferuf meiner Seele… 15 Jahre ist es her, beruflich habe ich nicht mehr funktioniert was sich darin äußerte, dass ich nicht mehr vor Anderen reden konnte, die Kehle war einfach zugeschnürt, es breitete sich eine enorme Angst in mir aus und nichts ging mehr! Ich fand damals schnelle Hilfe bei einem Arzt welcher mir mit Psychopharmaka aus der Misere half.
Schon nach 3 Wochen habe ich wieder funktioniert und der berufliche Alltag war gerettet.
Heute weiß ich, dass schon damals mein heutiges Problem entstand, was ich damals aber sicher nicht hören wollte.
Mein Job war für mich mein Lebensmittelpunkt, hier konnte ich mich verwirklichen.
Ständige Erreichbarkeit auch Nachts, im Urlaub und während Krankheiten waren für mich selbstverständlich. Was mir dabei langsam vollkommen verloren ging und zerbrochen ist, sind meine Familie und mein Freundeskreis. Mein Sohn wurde erwachsen und ging seine eigenen Wege, zu meinem Leid weit vom Elternhaus entfernt.
Nach 25 Jahren Ehe trennte sich meine Frau von mir und ich zog mich total von allen sozialen Kontakten zurück. Ich hatte bis dahin nicht verstanden, was mir eigentlich verloren gegangen ist.
Ich vertiefte mich immer mehr in meinen Job. Merkte bald, dass mich schon kleine Probleme aus der Umlaufbahn brachten. Telefon Klingeln zu Hause wurde zum Alptraum, Gäste empfangen ging gar nicht mehr.
Die Anforderungen im Job stiegen und stiegen und keinesfalls wollte ich mir sagen lassen, dass ich meinen Leitungsposten nicht mehr bewältige. Meine nächtlichen Gedanken zur Problembewältigung im Job konnte ich lösen in dem ich Laptop und Notizblock neben meinem Bett platzierte um schnell meine gedanklichen Ergüsse zu Papier zu bringen.
Es kam zur schmerzlichen Scheidung von meiner Frau, finanziellen Neuverschuldung um das Haus zu halten und mein lieber Vater verstarb. Mein Kartenhaus brach ein! Mein Job kam mir vor wie ein Dampfkessel mit enormen Überdruck und verstopftem Überdruckventil. Ich fand keine andere Lösung mehr und habe meinen langjährigen Job gekündigt!
Erlösung, Luft holen, Glücksgefühle überwältigten mich ohne dabei an die Folgen einer Kündigung zu denken. …3 Tage hat es angehalten, dann holte mich der Alltag ein… totaler Zusammenbruch, es ging nichts mehr, konnte keine klaren Gedanken mehr fassen, empfand keine Freude mehr und stand völlig kraftlos und antriebslos neben mir. …ich brauche Hilfe! …Burnout?!
…das was ich nie wollte ist nun eingetreten, zu zugeben das ich nicht so stark bin wie ich mich immer gezeigt habe, das meine kleine heile Welt schon lange keine mehr ist und das ich auf allen Ebenen versagt habe!
Es tat so unglaublich gut was ich dann von meiner Ärztin erfahren habe: das Gefühl verstanden zu werden und einen Weg aus der scheinbar unlösbaren Situation gezeigt zu bekommen.
Raus aus dem Arbeitsleben, Tabletten gegen Schlaflosigkeit und Depression, Termine bei Psychologen und Tagesklinik. All das hat mir enorm geholfen ein klein bisschen Selbstwertgefühl zurück zu gewinnen, die Dunkelheit zu besiegen, Kraft zu tanken.
Ich war wieder voller Elan, hab wieder die schönen Seiten des Lebens gesehen und fand wieder eine neue Liebe. Noch dazu heiratete kurz darauf mein Sohn in seinem Elternhaus, ich war überglücklich.
Für mich war die Kriese vorüber und ich wollte beruflich wieder loslegen und startete in einen neuen Job.
…was dann 6 Wo. später kam war für mich unfassbar und niederschmetternd, ich brach wiederum eines morgens total zusammen, diesmal viel brutaler, mit vernichtenden Gefühlen die ich bis zu diesem Tag nicht mal kannte! Unbeschreibliche Angstgefühle und unendliche Einsamkeit trieben mich wieder in ärztliche Behandlung. Ich war wie gelähmt, von mir enttäuscht und unglaublich fertig!
Heute bin ich wieder in einer Tagesklinik und erfahre dort menschliche Wärme und Geborgenheit um aus meinem seelischen Tief zu entfliehen.
Ich habe mich entschieden die Geschichte hier zu erzählen weil es mir gut tut, das alles mal von der Seele zu schreiben.

Hast Du Ähnliches durchgemacht und möchtest darüber schreiben, gibt bitte einen Kommentar ab, ich würde mich freuen, LG Til
PS: Schaut euch doch bitte mal das YouTube Video „Schluss mit schnell“ von Arte an.

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